RUKELI

Johann Wilhelm Trollmann als Nordeutscher Meister der Amateure, 1928
Johann Wilhelm Trollmann als Nordeutscher Meister der Amateure, 1928

Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann

wurde am 27.12.1907 in Wilsche bei Gifhorn geboren und wohnte später mit seinen Eltern und Geschwistern in Hannover. Hier kam er zum Box-Club Heros-Eintracht. Im Alter von 21 Jahren am 18.10.1929 bestritt er seinen ersten Profikampf in Berlin gegen Willy Bolze und gewann in der 4 Runde. Bis zum von den Nazis erzwungenen Ende seiner Profilaufbahn.
Anfang 1934 absolvierte er 61 Kämpfe, von denen er 30 gewann, 12 Mal unentschieden boxte und 19 verlor.
Er kämpfte national und international und hat auch Gegner im Schwergewicht locker besiegt, wie z.B. am 26.05.1933 in Hannover, als er Otto Klockemann durch Ko. in der 2 Runde besiegte.

Am 09.06.1933 gewann er verdient durch einen Punktsieg über 12 Runden gegen den damals bärenstarken Adolf Witt die Deutsche Meisterschaft, doch die damals nazifizierten verantwortlichen Boxfunktionäre wollten keinen Sinto als Deutschen Meister und erkannten ihm seinen Titel nach nur 8 Tagen wieder ab.

Alle Box-Experten sind sich sehr sicher, dass Rukeli Europameister und sogar Weltmeister hätte werden können.
Gegen Ende 1942 wurde er in das KZ- Neuengamme bei Hamburg gebracht und immer, wenn sich die SS Wachmannschaft langweilte, musste Rukeli für ein paar Butterbrote boxen, die er dann aber gutmütig mit den anderen Häftlingen teilte.

Am 09.02.1943 um 6.00 Uhr wurde er offiziell für tot erklärt, aber er lebte noch bis ca. Mitte 1944 unter falschen Namen im KZ Wittenberge weiter, dort wurde er dann ermordet.

Rukeli ist der erste Sinto nach über 600 Jahren, der eine öffentliche Ehrung bekommt und nach dem eine Strasse in seiner geliebten Heimatstadt Hannover benannt wurde, der Johann-Trollmann-Weg.